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 Verarbeitung von Informationen

 

Das menschliche Auge sendet 10 Millionen bit/sec an das Gehirn, der Mensch verwertet aber nur 102 bit/sec!
Unsere westliche Kultur ist Defizitorientiert und Kopflastig. Alles Unwesentliche (leider auch das eigene Körperempfinden), wird ausgeblendet. Deshalb ist die „Adler-Perspektive“ so wichtig und sollte öfters genutzt werden.
Zitat aus einer wissenschaftlichen Studie:

1. Das ICH in der Literatur
1.1 Das Buch “Spüre die Welt – die Wissenschaft des Bewusstseins” von Tor Noerretranders

Die moderne westliche Psychologie beschäftigt sich schon lange mit dem Bewusstsein des Menschen. In der jüngeren Geschichte der Psychologie finden wir zu Anfang unseres Jahrhunderts die “Introspektion” als das Mittel der Wahl: Psychologen schauten aufmerksam in ihr Inneres und zogen ihre Schlussfolgerungen daraus (Freud, Jung, Adler, …). Es folgten die Behavioristen, die sich lediglich für äußerlich beobachtbare Verhalten des Menschen interessierten. Schließlich finden wir in der Gegenwart die “Kognitionswissenschaft, die den Menschen als informationsverarbeitendes Wesen begreift”. Die Kognitionswissenschaft macht es sich also zum Ziel, die psychologischen Vorgänge mathematisch beschreiben zu können.
Viele naturwissenschaftliche Experimente haben sich damit beschäftigt, wie viel Information der Mensch aufnehmen, verarbeiten und verbreiten kann. Dabei stellte sich etwas Unglaubliches heraus: “Die Zahlen sind groß. Das Auge sendet pro Sekunde mindestens 10 Millionen Bit ans Gehirn, die Haut 1 Million, das Ohr 100.000, der Geruchssinn weitere 100.000 und der Geschmackssinn ungefähr 1000 Bit. Alles in allem sind das mehr als 11 Millionen Bit/s. [...] Aus den Messungen ergibt sich, dass unser Bewusstsein um die 40 Bit/s erlebt. Es gibt sogar gute Gründe anzunehmen, dass diese Zahl zu hoch gegriffen ist. [...] Die Bandbreite des Bewusstseins ist viel geringer als die Sinneswahrnehmung.”


Der Autor nennt uns drei Experimente zur Überprüfung, dass das Bewusstsein nicht alles erfährt, was die Sinne wahrnehmen. Beispiel: Man schließe die Augen und öffne sie anschließend für den Bruchteil einer Sekunde. Danach überlege man, was man alles gesehen hat. Eine andere Möglichkeit: Man beschreibe den Raum, in dem man sich befindet, aus seiner Perspektive so gut wie möglich und spricht dies auf ein Tonband. Wenn das Betrachten 1Sekunde dauert, müsste das genaue Beschreiben 11 Tage nonstop dauern.

“Bewusstsein hat in einem viel größeren Maße mit aussortierter, als mit vorhandener Information zu tun. Es ist in ihm fast keine Information mehr übrig.”

“Bemerkenswert ist also, dass das Gehirn sehr viel Information mit großer Bandbreite empfängt, dass es selbst aber darüber hinaus in der Lage ist, sehr viel mehr an Information zu verarbeiten, als es aufnimmt. Es versorgt den übrigen Körper mit ungefähr noch einmal so viel Information, wie es aufnimmt. Das mag logisch erscheinen. Nur erhält das Bewusstsein [ICH] so gut wie keine Kenntnis von dem, was vor sich geht!”

Soll das ICH mit sehr großen Informationsmengen arbeiten, so muss es intelligente Strategien finden, um seine eigenen Grenzen zu überwinden. Es muss große Mengen Information komprimieren können. “Es ist, mit anderen Worten, praktisch, Symbole zu verwenden. Sie helfen uns, eine Menge Information zu behalten, obwohl wir nur sieben Dinge auf einmal im Kopf haben können. Symbole sind die Trojanischen Pferde, mit denen wir Bits ins Bewusstsein [ICH] einschmuggeln.”


Unter anderem auf diesen Erkenntnissen aufbauend hat sich das Bild der Wissenschaftler über das Bewusstsein gewandelt: “Es ist jetzt leichter zu begreifen, dass es Unbewusstes, Paralleles und Unergründliches gibt, während andererseits das Bewusstsein fast unbegreiflich geworden ist.” Klar, man versuche mal 16 Bit/s in einem Strom von mindestens 10.000.000.000 Bit/s aufzuspüren! Aus technischer Sicht handelt es sich hier um ein kaum nachweisbares Rauschen.

Viele Spitzensportler geben bei Interviews an, dass ihre Leistungen nicht bewusst erbracht werden, sondern dass sie explizit nicht nachdenken, wenn sie z. B. Fußball spielen. Er zeigt auf, dass es etwas Großes in unserem Kopf gibt, was uns lenkt. Aus den Tatsachen, dass das ICH nur eine winzige Bandbreite hat und dass körperliche und kreative Höchstleistungen vom Unbewussten erbracht werden können, schließt Noerretranders: “ICH entscheide immer noch selbst, was ich tue, nur ist es nicht mein ICH, dem die Entscheidungsgewalt zukommt. Es ist mein SELBST.”


The Brain runs on fun! (Aus einem Werbeprospekt für Trader – meiner Meinung nach gut!)

Die Neurowissenschaft und vor allem die Neuroökonomie nehmen Trader und deren Verhalten zunehmend in den Fokus. Wissen Sie, dass Neurotransmittern eine wesentliche Rolle beim Trading zukommt? Erkenntnis 1:Belohnung bei Vorfreude das Gehirn braucht Abwechslung und daher suchen Menschen nach immer neuen „Kicks“. Vielleicht kennen Sie die Werbung für das Kinder-Überraschungsei? „Drei Dinge auf einmal. Das geht nun wirklich nicht!“ Gemeint sind „Spannung, Spiel und Schokolade“. Beim Trading verhält es sich ähnlich. Sie bekommen Spannung, Spiel und letztlich auch eine Schokolade. Die Belohnung ist nicht, wie Sie vielleicht annehmen, der Gewinn; nein, die Belohnung ist die Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin. Dopamin hat verschiedene Eigenschaften, allem voran bereitet es uns positive Gefühle. Das damit einhergehende Hochgefühl kann zur Sucht werden und maßgeblichen Einfluss auf Ihre Tradingentscheidungen haben. Berns und Kollegen (2001) zeigten in einem Experiment, dass die Dopaminausschüttung mit dem Durchschauen eines Spiels sehr schnell nachlässt. Der Nachweis erfolgte folgendermaßen: Die Versuchspersonen hatten zwei Schläuche im Mund, aus denen im Abstand von zehn Sekunden abwechselnd Wasser oder Orangensaft gepumpt wurde. Die Bildung von Dopamin nahm mit der Zeit ab. Ganz anders war die Situation, wenn die Abfolge von Wasser und Orangensaft unregelmäßig war, und auch die Zeitabstände variiert wurden. Die Dopaminkonzentration war über den gesamten Zeitraum hoch. Was bedeuten diese Ergebnisse für Ihr Trading? Ihr Gehirn produziert schon bei der Vorstellung von Gewinnen, also bei der Trade-Planung, die Wohlfühlsubstanz Dopamin, die Ihnen positive Gefühle bereitet. Der Neurotransmitter wird ausgeschüttet, unabhängig davon, ob Sie tatsächlich gewinnen, Dopamin ist die Belohnung!

Für Ihr Trading bedeutet das, dass Gewinn und Verlust eine sekundäre Rolle spielen und genau da liegt die Gefahr. Erkenntnis 2: Rationale Entscheidungen sind langweilig. Kennen Sie den beliebten Ratschlag: „Lernen Sie ohne Gefühle zu traden!“? Menschen können tatsächlich rational entscheiden, haben allerdings kein Interesse daran (Bechara, Damasio 2005).


Bei vielen privaten Tradern steht das Interesse an einem Kick im Vordergrund, den die Börse zweifelsohne liefern kann. Positive Gefühle sind das Salz in der Suppe oder sorgen für die Wohlfühlsubstanzen im Körper. Diese Substanzen werden nur dann gebildet, wenn das Belohnungssystem andauernd aktiviert wird – zum Beispiel durch übermäßiges Traden oder durch Eingehen höherer Risiken, was auch zur Steigerung der Vorfreude auf Gewinne beiträgt. Die Erkenntnisse 1 und 2 liefern die Erklärungen für viele vermeidbare Verlust-Trades, die auf neuronale Befriedigung ausgerichtet sind. Wer oft verliert, muss sich auch mit der „Psychologie des Verlierens“ auseinandersetzen. Das sollten Sie tun, bevor größere Verluste eintreten. Vor allem private Trader und Anfänger gehören zu den Verlierern. Worin liegen die Herausforderungen beim Umgang mit Verlust? Erkenntnis 3: Verlierer erhöhen das Risiko Verluste hinterlassen Spuren im Gehirn, die dazu führen können, den Einsatz beim folgenden Trade zu erhöhen. Das wurde eindrucksvoll durch ein ökonomisches Experiment belegt (Gehring, Willoughby 2002). Versuchspersonen hatten die Aufgabe sich zwischen zwei Zahlen zu entscheiden und dann einen Geldbetrag auf eine der beiden zu setzen. Kurz nach der Entscheidung nahmen die zwei Zahlen eine grüne oder rote Hintergrundfarbe an. Grün bedeutete Gewinn, rot war ein Verlust. Das Reaktionsverhalten der Versuchspersonen wurde anhand von EEG-Messungen ausgewertet. Das menschliche Gehirn benötigte gerade einmal eine viertel Sekunde, um ein Ergebnis als Gewinn oder Verlust einzuordnen. Viel wichtiger war allerdings, dass das Ergebnis Einfluss auf die Einsätze im nächsten Spiel hatte, ohne dass sich die Versuchspersonen bewusst entschieden hatten. Ein verlorenes Spiel führte immer dazu, dass im darauf folgenden ein höheres Risiko eingegangen wurde. Die Folge waren weitere Verluste. Wenn Sie dieses Verhalten auf das Trading übertragen, bedeutet das, dass Sie wahrscheinlich nach einem Verlust-Trade ein höheres Risiko eingehen, um den Verlust auszugleichen. Das Eingehen eines höheren Risikos ist mit der Aussicht auf höheren Gewinn und gleichzeitig mit einer höheren Ausschüttung von Dopamin verbunden. Die Folgen sind Trading- Entscheidungen, bei denen logische Zusammenhänge und Wahrscheinlichkeiten nicht mehr berücksichtigt werden. Das Wissen und vor allem die Anwendung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse spielen auch beim Persönlichkeitstraining eine große Rolle. Die Befriedigung auf neuronaler Ebene steht für viele private Trader im Vordergrund. Dopamin ist eine Substanz, die auch beim Lernen ausgeschüttet wird. Das Intensivseminar „Persönlichkeitstraining – die Grundlage erfolgreicher Trader“ (weitere Infos siehe unten) ist also auch eine Dopaminquelle, die Sie erschließen können, denn „The Brain runs on Fun“.

Hier endet das Zitat aus dem Werbeprospekt.

 

   
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